Thomas Weber

Rechtsanwalt ◊ Steuerberater ◊ Vorsorgeanwalt
zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT)

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Erbschaftssteuer

 


Das Erbschaftssteuergesetz ist mit der Erbschaftssteuerreform verkompliziert worden. Es gelten eine Reihe von Vorbedingungen für Steuerprivilegierungen. Für die Ermittlung der Steuerlast ist zudem eine umfangreiche Bewertung der einzelnen Nachlassgegenstände erforderlich. Die Kanzlei für Erbrecht, Erbschaftssteuer und Vermögensübertragung Thomas Weber, Bad Kissingen hat sich über entsprechende Fortbildung Spezialkenntnisse in der Immobilien- und Unternehmensbewertung angeeignet, so dass sie in der Lage ist eine ungefähre Bewertung der Verkehrswerte von Gebäuden vorzunehmen, ohne dass weitere Kosten für Immobiliensachverständige oder Unternehmensbewertungen anfallen.

Hierzu ein Beispiel: Der Verstorbene wird von seinen beiden Töchtern (28 J und 32 J) beerbt. Zum Nachlass gehört ein Mehrfamilienwohnhaus im Wert von 1,5 Mio. €. Der erbschaftssteuerliche Wert wird aber mit 1,8 Mio. € veranschlagt. Daneben hinterlässt der Verstorbene noch Wertpapiere im Wert von 2,5 Mio. € (der Verkehrswert entspricht dem schenkungssteuerlichen Wert). Die beiden Töchter planen das Erbe vernünftigerweise so aufzuteilen, dass die eine Tochter das Mehrfamilienhaus erhält und die andere Tochter die Wertpapiere übernimmt.

Hierzu sind folgende erbschaftssteuerliche Rechtsfolgen zu konstatieren:

 

A) Übertragung des Mietgrundstücks auf die erste Tochter:


1) Mietgrundstücke sind lediglich mit 90 % Ihres steuerlichen Wertes anzusetzen, also vorläufiger Wertansatz: 1,62 Mio. €.

2) Nach Abzug des persönlichen Freibetrages von 400.000 € verbleibt ein zu versteuernder Erwerb in Höhe von 1,22 Mio. €.

3) Die Erbschaftssteuer beträgt für die eine Tochter 231.800 € und ist nach der Veranlagung fällig.
 

B) Übertragung der Wertpapiere auf die andere Tochter:


1) Die Wertpapiere werden mit 1,5 Mio. steuerlich bewertet.

2) Nach Abzug des persönlichen Freibetrages von 400.000 € verbleibt ein zu versteuernder Erwerb in Höhe von 1,1 Mio. €.

3) Die Erbschaftssteuer beträgt für diese Tochter 209.000 € und ist nach der Veranlagung fällig.

4) Obwohl beide Töchter wertmäßig jeweils 1,5 Mio. € erhalten, muss die eine Tochter 22.800 € mehr Erbschaftssteuer zahlen. Es liegt daher nahe, bereits testamentarisch/ erbvertraglich zu verfügen, dass die eine Tochter einen Ausgleich in Höhe von 11.400 € an die andere Tochter zu zahlen hat.

Wird dieser Ausgleich nicht testamentarisch / erbvertraglich geregelt, und ist die eine Tochter dennoch freiwillig bereit diesen Ausgleich zu leisten, ist darin wieder eine Schenkung über 11.400 € (§ 7 Abs.1 Nr.1 ErbStG) zu sehen. Der Steuersatz beträgt 30 %, also insgesamt 3.420 €. In diesem Fall greift jedoch zugunsten der Schwester ein Freibetrag ein.

Für die Tochter, die das Gebäude erhält besteht zudem die Möglichkeit einen Antrag auf zinslose Stundung der Steuer zu stellen und innerhalb der nächsten 10 Jahre aus den Mieterträgen zu begleichen. Antragsvoraussetzung ist lediglich, dass sie die Steuerschuld nicht aus ihren bereits vorhandenen Vermögen bestreiten kann. Die Stundung endet allerdings, dann wenn die Tochter die Immobilie weiterverschenkt.

 

Zur Einkommenssteuer:


In der Einkommensteuer ist vor allem dann fachmännischer Rat erforderlich, wenn der Erblasser Kapitalvermögen im Ausland unterhielt, oder beim Übergang von Immobilien sowie bei Unternehmensnachfolgen.

Beispiel: Ein Ehepaar hat im Jahr 1985 ein eigengenutztes Wohnhaus errichtet und im Jahr 2009 an ihren Sohn gegen Zahlung einer relativ geringen Abstandssumme an ihre Tochter übertragen. Damals betrugen die Herstellkosten des Wohnhauses 180.000 €. Im Jahre 2009 baut der Sohn das Dachgeschoß aus und vermietet es.

Der Sohn erzielt damit Mieteinkünfte, die er versteuern muss. Aber kann er auch die Herstellkosten der Eltern von den Mieteinkünften in Form von Abschreibung abziehen, obwohl er selbst niemals mit diesen Kosten belastet wurde?

Ja, dies darf kann er, denn § 11 EStDV bestimmt, dass sich bei Wirtschaftsgütern, die nicht zu einem Betriebsvermögen gehören, und die der Steuerpflichtige unentgeltlich erhalten hat, die Absetzungen grundsätzlich nach den Herstellkosten des Rechts-vorgängers bemessen.

Allerdings hat der Sohn auch Anschaffungskosten in Form der Abstandszahlung an seine Schwester aufzubringen. Insgesamt hat er das Gebäude also zum Teil entgeltlich erworben und zum Teil unentgeltlich "erworben". Im Erlass des Bundesfinanzministeriums betreffend die ertragssteuerlichen Behandlung der vorweggenommenen Erbfolge ist detailliert geregelt, wie die anzusetzenden Abschreibungen durch das Verhältnis zwischen entgeltlicher und unentgeltlicher Übernahme des Gebäudes zahlenmäßig zu bestimmen sind.

 
 

Wichtiger Hinweis:

Sämtliche Inhalte auf dieser Webseite sind zum Zwecke der einfacheren Verstehbarkeit vereinfacht dargestellt und daher nicht ohne Weiteres auf andere Fälle übertragbar.

Falls Sie Fragen zu Ihrem konkret vorliegenden Fall haben, so wenden Sie sich bitte an unsere Kanzlei für Erbrecht, Erbschaftsteuer und Vermögensübertragung Thomas Weber.