Thomas Weber

Rechtsanwalt ◊ Steuerberater ◊ Vorsorgeanwalt
zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT)

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Pflichtteilsanspruch

 
Nahe Angehörige des Verstorbenen (z. B. Kinder, gleichgeschlechtlicher Lebenspartner, unter Umständen die Eltern) werden durch die Erbrechtsgarantie des Grundgesetzes vor Enterbung geschützt. Sie können Ihren Pflichtteil geltend machen.

Der Pflichtteilsanspruch besteht in der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Hat der Verstorbene innerhalb der letzten 10 Jahre vor seinem Tod Gegenstände oder Geld verschenkt, werden diese Werte ebenfalls berücksichtigt.

Haben Kinder bereits zu Lebzeiten des Verstorbenen (auch wenn dies schon über 10 Jahre zurückliegt) Leistungen erhalten, so erhöht sich der Pflichtteil für das enterbet Kind ebenfalls, weil in den aktuellen Nachlass auch die an die anderen Kinder verschenkten Werte berücksichtigt werden (siehe Beispiel 2)

Die Pflichtteilsberechtigten haben weitgehende Auskunftsrechte gegenüber den Erben, den Banken, den Versicherungsgesellschaften, Behörden und dergleichen.




Beispiel 1: Die Verstorbene Arztwitwe hinterlässt 2 Kinder. In einem Testament wird der Sohn zum Alleinerben bestimmt, die auswärtig lebende Tochter wird enterbt. Etwa eineinhalb Jahre zuvor ist Ihr Ehemann verstorben. Sein Nachlass wurde ordnungsgemäß abgewickelt. Die Arztwitwe hat bis zum Schluss einen Bungalow bewohnt, und von Ihrer Rente und den Mieteinahmen eines Mietshauses gelebt. Schließlich bestehen mehrere Kapitalanlagen in Luxemburg und in den USA. Etwa 3 Monate nach dem Todesfall überweist der Sohn der Tochter einen von 82.500,00 € als Pflichtteil.

In dieser Situation bestehen für die enterbte Tochter mehrere Möglichkeiten:

- hat Sie die leise Vermutung, das Testament könnte manipuliert sein:
Das Testament kann angefochten werden. Wenn dieses Unterfangen Erfolg
hat, würde sie die Hälfte des Nachlasses erhalten.

- die Tochter hat keine Vorstellung über den Verkehrswert des Bungalows und des Mietshauses
Die Kanzlei für Erbrecht, Erbschaftssteuer und Vermögensübertragung Thomas Weber, Bad Kissingen hat sich über entsprechende Fortbildung Spezialkenntnisse in der Immobilien - und Unternehmensbewertung angeeignet, so dass sie in der Lage ist, eine ungefähre Bewertung der Verkehrswerte des Bungalows und des Mietshauses zu geben, ohne das weitere Kosten für Immobiliensachverständige oder Unternehmensbewerter anfallen.

- als auswärtig lebende Tochter hat sie keine Kenntnis über den genauen Wert der Versicherungen, der Kapitalanlagen und des Bankkontos:

Die Kanzlei für Erbrecht, Erbschaftssteuer und Vermögensübertragung Thomas Weber, Bad Kissingen kann Auskunftsansprüche gegenüber dem Sohn, den Banken und Versicherungen durchsetzen.

Schließlich tappt Sie bezüglich der Frage, ob der Sohn nicht bereits innerhalb der letzten 10 Jahre vor dem Todesfall größere Geldgeschenke erhalten hat, völlig im Dunkeln.

Die Kanzlei für Erbrecht, Erbschaftssteuer und Vermögensübertragung Thomas Weber, Bad Kissingen kann diesbezüglich Auskunftsansprüche gegenüber dem Sohn und der Bank der Mutter durchsetzen.

Mit Hilfe der Kanzlei für Erbrecht, Erbschaftssteuer und Vermögensnachfolge Thomas Weber, Bad Kissingen gelingt es den Nachlass wie folgt zu bewerten.

Bungalow 260.000,00 €
Mietshaus 120.000,00 €
Girokonto 2.519,24 €
Kapitalanlage Luxemburg vor Steuerabzug: 12.326,57 € ; nach Steuerabzug 9.244,93 €
Kapitalanlage USA 15.321,56 €
Kapitallebensversicherung 0,00 €
Aufgrund der erteilten Auskünfte und der eigenen Recherche  
stellt sich heraus, dass die Kapitallebensversicherung nur 2 Monate  
vor dem Krebstod der Mutter von Ihr gekündigt wurde, und sie die  
komplette Auszahlung in Höhe von 55.320,00 € auf das Konto des  
Sohnes weiterleitete:                                                                                       55.320,00 €
Daraus ergibt sich ein Pflichtteilsanspruch in Höhe von 115.601,43 €
   
   
Die Kanzlei für Erbrecht, Erbschaftssteuer und Vermögens-  
nachfolge Thomas Weber, Bad Kissingen fordert für die Tochter  
einen weiteren Betrag in Höhe von 33.101,43 €
   
   
Die Kanzlei für Erbrecht, Erbschaftssteuer und Vermögensnach-  
folge Thomas Weber, Bad Kissingen behält hierbei - neben den  
Verjährungsfristen - immer die Erbschaftssteuer im Auge:  
Gefährlich wäre die unbedingte Geltendmachung des Betrages, da  
damit bereits Erbschaftssteuer bei Vorerwerben entstehen kann.  
Kommt es aus irgendeinem Grund später doch nicht zur Auszahlung  
oder nur teilweise ist dieser Vorgang beim Sohn schenkungssteuerpflichtig.  
   
   
Hinweis: noch komplizierter ist die Situation, wenn nach dem  
Versterben des Vaters keine Erbabwicklung erfolgt ist.  
Wäre die Tochter beispielsweise auch damals enterbt worden,  
hätte die Tochter schon damals einen Pflichtteilsanspruch  
in Höhe von 115.601,43 €
   
Bei gesetzlichen Güterstand der Eltern hätte der Restnachlass  
(346.804,30 €) dem Sohn und die Mutter jeweils zur Hälfte zugestanden.  
Das aktuelle Restvermögen der Mutter im Zeitpunkt Ihres Versterbens  
beträgt damit rechnerisch: 173.402,15 €  
   
Hieraus steht der Tochter aktuell wiederum der Pflichtteil in Höhe von 25 % zu   43.350,53 €
Insgesamt beläuft sich der Geldanspruch der Tochter auf 158.951,96 €
   
Beispiel 2: Die Verstorbene hinterlässt 3 Kinder. Das älteste Kind hat sie enterbt.
Ihr Nachlasswert beträgt 300.000 €. Bereits vor mehr als 20 Jahren hat
sie den beiden jüngeren Kindern das Familienwohnheim überlassen und
sich ein Wohnrecht darin gesichert.
Diese Schenkung hat unter Berücksichtigung des Kaufpreisschwundes und
des vorbehaltenen Nutzungsrechts einen Wert von 300.000 €.
 
   
Der Pflichtteilsanspruch des ältesten Kindes errechnet sich aus:  
aktueller Nachlass 300.000 €
Vorschenkung                                                                                                300.000 €
Gesamt 600.000 €
   
Pflichtteilsquote bei 3 Abkömmlingen: 1/6  
   
Pflichtteilsanspruch des ältesten Kindes: 100.000 €  
 
 

Wichtiger Hinweis:

Sämtliche Inhalte auf dieser Webseite sind zum Zwecke der einfacheren Verstehbarkeit vereinfacht dargestellt und daher nicht ohne Weiteres auf andere Fälle übertragbar.

Falls Sie Fragen zu Ihrem konkret vorliegenden Fall haben, so wenden Sie sich bitte an unsere Kanzlei für Erbrecht, Erbschaftsteuer und Vermögensübertragung Thomas Weber.